Aktuelles
  Immer mehr Palliativärzte in Niedersachsen

Die "Hannoversche Allgemeine Zeitung“ berichtete in ihrer Ausgabe vom 19. November über die gestiegene Zahl der Palliativmediziner in Niedersachsen.

Absolvierten im Jahr 2005 (in dem die Zusatzbezeichnung Palliativmedizin eingeführt wurde) noch 43 Ärztinnen und Ärzte die Weiterbildung, so waren es im laufenden Jahr schon 74. Insgesamt verfügen damit 749 Mediziner in Niedersachsen über eine entsprechende Qualifikation.

Der Ärztliche Geschäftsführer der Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN), Dr. med. Dr. med.dent. Hans-Walter Krannich teilte in diesem Zusammenhang mit, dass die ÄKN nach wie vor die einzige Ärztekammer ist, "die eine eigene Akademie für Palliativmedizin unterhält“.

Vom kommenden Jahr an wird, so der Geschäftsführer, die Versorgung von Sterbenskranken zudem Pflichtfach im Medizinstudium. "Viele Ärzte haben“ so der Leiter der Akademie für Palliativmedizin und Hospizarbeit, Dr. med. Rainer Prönneke, gegenüber der Zeitung, "einen Nachholbedarf bei ethischen Fragestellungen". Er hat in den vergangenen Jahren einen Paradigmenwechsel vom Halbgott im weißen Kittel hin zum Arzt als Mitmenschen beobachtet. "Die Medizin verlängert heute das Leben - und damit die Alters- und Gebrechlichkeitsphase", betonte er. Die Palliativmedizin biete etwa mit der Schmerztherapie die Möglichkeit, diese Phase würdig zu gestalten.




2. Niedersächsischer Hospizpreis verliehen / Drei ambulante Pflegedienste und Ehrenamtliche ausgezeichnet

Hannover/Celle, 30. Oktober 2010 (ms) - Zum zweiten Mal wurde der Niedersächsische Hospizpreis am Samstag in Celle verliehen. Ausgezeichnet wurden je drei ambulante Pflegeeinrichtungen sowie ehrenamtlich Engagierte für ihr vorbildliches Engagement in der Hospiz- und Palliativarbeit. Die Niedersächsische Hospiz-Stiftung hat diesen Preis in Kooperation mit dem Niedersächsischen Sozialministerium ausgeschrieben. Erstmals wurde der Preis, der in dieser Form bundesweit einmalig ist, im Jahr 2007 vergeben.

Niedersachsens Sozialministerin Aygül Özkan überreichte im festlichen Rahmen im Celler Herzogschloss den mit 3.000 Euro dotierten ersten Preis dem Kinderpflegedienst "krank und klein, bleib daheim“ aus Sulingen. Den mit einem Preisgeld von 2.000 Euro verbundenen zweiten Preis erhielt die Diakonie- und Sozialstation aus Barsinghausen-Ronnenberg. Der dritte Preis und damit ein Preisgeld in Höhe von 1.500 Euro ging an die examinierten Krankenschwestern Gisela Kietsch-Brill und Claudia vom Wintjes vom Pflegedienst KiWi in Rinteln.

Für ihr vorbildliches ehrenamtliches Engagement bei der Begleitung schwer kranker und sterbender Menschen und ihrer Angehörigen wurden Marie-Luise Mennecke von der Hospizgruppe Einbeck, Karla Herrgesell vom Hospiz Am Hohen Tore aus Braunschweig sowie Irmgard Doering vom Hospizverein Hildesheim und Umgebung e.V. mit dem Niedersächsischen Hospizpreis geehrt. Die Auszeichnung für Ehrenamtliche ist mit einer von Meike Werk aus Seeburg gestalteten Plastik und einem Sachpreis im Gesamtwert von rund 1.600 Euro verbunden.

"Alle, die in der palliativen und hospizlichen Betreuung dazu beitragen, Menschen auf ihrer letzen Reise auf humane Weise zu begleiten, sind wichtig“, betonte Niedersachsens Sozialministerin Aygül Özkan. Insbesondere das ehrenamtliche Engagement sei aus der Hospizarbeit nicht wegzudenken. "Dieser Einsatz vieler Frauen und Männer ist keinesfalls selbstverständlich“, so die Ministerin. Der vom Land unterstützte Hospizpreis sei eine gute Gelegenheit, diese wichtige Arbeit auch nach außen zu tragen.

In Niedersachsen engagieren sich laut Ulrich Domdey, Vorsitzender der Hospiz-Stiftung Niedersachsen (Hildesheim), in Niedersachsen mehr als 11.000 Frauen und Männer ehrenamtlich in mehr als 127 Hospizinitiativen, -gruppen und -vereinen sowie 16 stationären Hospizen. Etwa 3.500 Ehrenamtliche begleiteten Sterbende und deren Angehörige in ihrer häuslichen Umgebung. Rund 1.500 Ehrenamtliche begleiten Trauernde. Wieder andere setzen sich durch Vorträge und Öffentlichkeitsarbeit für einen anderen Umgang mit Sterben, Tod und Trauer in der Gesellschaft ein. "Für diese gesellschaftspolitisch wichtige Arbeit gibt es, anders als für das hauptberufliche Feld, bisher keine institutionelle Finanzierungshilfe“, erläuterte Domdey.

Weitere Informationen: www.hospiz-stiftung-niedersachsen.de




Ambulante Behandlungsleistungen für schwerstkranke Kinder und Jugendliche in Niedersachsen Ross-Luttmann: "Bestmögliche Versorgung in gewohnter Umgebung"

Hannover, 4. Februar 2010 (ms) - "Sehr erfreut und dankbar" hat sich Niedersachsens Sozial- und Gesundheitsministerin Mechthild Ross-Luttmann über die jetzt erzielte Einigung bei der Vergütung spezialisierter ambulanter Behandlungsleistungen für schwerst- und sterbenskranke Kinder und Jugendliche in Niedersachsen gezeigt. Ross-Luttmann: "Schwerst- und sterbenskranke Kinder und Jugendliche müssen die bestmögliche Versorgung in ihrer gewohnten Umgebung erhalten. Die Einigung trägt dazu bei, dass auch Angehörige ihre ganze Kraft stärker den betroffenen Kindern und Jugendlichen widmen können."

Die Spitzen der niedersächsischen gesetzlichen Krankenkassen, die pädiatrische Palliativ-AG Niedersachsen/Bremen und das vom Land geförderte "Netzwerk für die Versorgung schwerkranker Kinder und Jugendlicher e.V." haben sich jetzt über neue Vergütungsregeln verständigt. Damit finanzieren in Niedersachsen – neben Bayern – bundesweit erstmals die Krankenkassen ein modellhaftes Versorgungsnetz für die flächendeckende Versorgung sterbenskranker Kinder und Jugendlicher.

In Niedersachsen sterben jährlich ca. 150 Kinder und Jugendliche an den Folgen nicht heilbarer Erkrankungen, so beispielsweise als Folge von Frühgeburtlichkeit, Nerven-, Stoffwechsel-, Muskel- oder anderen Organerkrankungen sowie Krebs.

§ 37b Abs. 1 Satz 4 SGB V normiert ausdrücklich, dass bei der Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung (SAPV) "die besonderen Belange von Kindern zu berücksichtigen" sind. Dennoch enthalten weder die SAPV-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses der Ärzte und Kassen (G-BA) noch die "Gemeinsamen Empfehlungen nach § 132d Abs. 2 SGB V für die spezialisierte ambulante Palliativversorgung" nähere Ausführungen über eine speziell auf Kinder und Jugendliche ausgerichtete palliativmedizinische Versorgung.

Weitere Informationen: www.betreuungsnetz.org

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Dokument erstellt am 12. September, zuletzt geändert am 4. Februar 2010 (ap)

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